Gnopernicus (war: Re: Fwd: Problem)

Sascha Morr sascha.morr at sturmkind.info
Die Nov 23 02:16:30 CST 2004


Hallo,

angestachelt duch das intallieren von Gnopernicus mußte ich es doch 
gleich mal ausprobieren. Da es für Sehbehinderte und Blinde Menschen 
gedacht ist habe ich gedacht ich versuche einmal einen Desktop für genau 
diesen Benutzerkreis einzurichten. Schlicht und einfach sollte er sein 
doch ich stieß selbst in meiner kurzen Probezeit auf einige Probleme. 
Ich habe zur Erklärung mal zwei Screenshots angefertigt:

http://www.sturmkind.info/bugs/gnopernicus1.png
http://www.sturmkind.info/bugs/gnopernicus2.png

Zuerst einmal zu Gnome selbst:

- Zuerst einmal sagte ich mir das es für Sehbehinderte sicher besser 
wäre wen die Programme über große Icons aufgerufen werden können. Ein 
Sehbehinderter kann so ein Icon leichter erkennen, ein Blinder es besser 
mit der Maus treffen. Das ging auch sehr gut, bis auf das Menü. Ich fand 
zwar das Gnome-Menü (wird durch einen großen Fußabdruck dargestellt) 
aber über dieses kann man nicht auf die Optionen unter 'Computer' zugreifen.

- Danach kam die Fensterleiste dran. Auch das betreffende Panel machte 
ich größer, in der Hoffnung das es eine bessere Lesbarkeit mit sich 
brächte. Aber weit gefehlt. Wen nur ein Programm offen war wurde dessen 
Feld zwar größer angezeigt, aber der Text nicht. Wen man zwei oder mehr 
Programme startet werden sie in der Taskleiste sogar in zwei Reihen 
übereinander angezeigt, nicht gerade das was ich erreichen wollte.

Nun zu Gnopernicus:

- Ich habe es geschafft die Bildschirmlupe mit ein wenig basteln so 
einzurichten das sie nur die obere rechte Ecke einnimmt. Dabei ist mir 
aufgefallen das ich das was unter der Lupe liegt nicht angezeigt bekomme 
was dahingehend schlecht ist da ja die Programme weiterhin so wie 
gewohnt öffnen, sprich es werden durch die Lupe je nach gerade 
geöffneten Programm Teile der Programm-GUI verdeckt und können nicht 
erreicht werden.

- Die Sprachausgabe war nach wie vor grausam egal was ich eingestellt 
habe. Es war als würde er eine ganze Zeit nach dem Programmstart lang im 
Hintergrund noch irgendetwas von sich geben was ohne jeden Zusammenhang 
war. Danach ging es einigermaßen nachdem ich die Sprachgeschwindigkeit 
verlangsamt hatte. Natürlich nur in englisch und immer noch zu schnell.

Neben den oben beschriebenen Systemen gibt es noch die Möglichkeit 
Braile (Blindenschrift) zu verwenden auf die ich Mangels ihrer Kenntnis 
nicht zurückgreifen konnte. Als ich den Braile-Monitor anschaltete hat 
er mir diesen direkt links oben über mein Panel positioniert.

Insgesammt gibt es einige gute Ansätze. Jedoch sollte man die 
verschiedenen Gnome-Technologien für Barrierefreies Arbeiten in ein 
Programm zusammenführen. Es ist noch viel zu verbessern und zu 
verändern. Was mein Problem mit der Bildschirmlupe angeht so wäre es 
evtl. möglich wen alle Hilfsprogramme für Barrierefreies Arbeiten in ein 
Programm zusammengefaßt würden und sich dieses rechts oder Links an die 
Seite des Desktops so anhängen würde das es den Desktop beschränkt. Dort 
könnten dann die Bildschirmlupe, der Braile-Monitor etc. untergebracht 
werden und wären jederzeit leicht erreichbar und bedienbar.

Grüße
Sascha


Sascha Morr schrieb:
> Moin Martin,
> 
> also ich habe hier gerade mal Gnopernicus mit all seinen Abhängigkeiten 
> installiert. Dabei mußte ich jedoch nicht das System neu starten sondern 
> mich lediglich ab und dann wieder anmelden. Problem bei einer LiveCD 
> dürfte sein das dies oft identisch ist mit einen Neustart.
> 
> Holger Du könntest in diesem Zusammenhang versuchen in die Konsole zu 
> gehen und den GDM (als root 'killall gdm' und danach Neustart mit 'gdm' 
> reicht) neu starten. Immer vorausgesetzt das Gnoppix den GDM verwendet 
> was ich doch für recht wahrscheinlich halte.
> 
> Was mir mit Gnopernicus aufgefallen ist.
> 
> - Sprachausgabe nur in englisch, für deutsche Verhältnisse sehr 
> hektische, schnelle Sprache,
> - Sprachausgabe auch an Punkten an welchen es absolut nichts auszugeben 
> gab, es war als würde hinter der Sprachansage dauernd eine Tondatei 
> abgespielt. Das hörte auch erst kurz nachdem ich Gnopernicus beendet 
> hatte auf.
> - Die Bildschirmlupe ist sehr schön, verdeckt aber den halben Bildschirm 
> (die rechte Seite) so das sie nur in entsprechend eingerichteten 
> Systemen zu gebrauchen ist. Ich konnte eben mit aktivierter Lupe bei 
> meinen Leisten oben und unten nur die Hälfte sehen, bei einen 
> entsprechend eingerichteten System sollte es aber gehen.
> 
> An sich sicher ein interessanter Ansatz der jedoch noch vertieft werden 
> muß. Besonders braucht es wohl native Sprecher aus den jeweiligen 
> Sprachräumen.
> 
> Grüße
> Sascha



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