Samsung SCX 4100
Carsten Hoyer - ubuntu
ubuntu at wildgreen.de
Fre Jan 28 07:34:39 CST 2005
Hallo,
>"Linux" (d.h. GNU, Cups, Gnome, X, Linux und was sich sonst noch so
>alles auf einer Ubuntu-CD tummelt) ist nicht einfach darum toll, weil es
>nichts kostet, nicht von Microsoft kommt, ziemlich trendy ist und der
>Name auf -x endet. Der Kernpunkt der Geschichte ist die *Freiheit* --
>die Freiheit Programme zu debuggen, anzupassen, zu sehen wie sie
>funktionieren und weiterzugeben. Natürlich auch die Freiheit, die
>Distribution zu verwenden, die mir gefällt :-)
Das ist ein Aspekt, der gesellschaftspolitische- es ist aber nicht der
einzige. Mag für Dich dieser im Vordergrund stehen, ist für mich der
wettbewerbspolitische und -rechtliche sehr viel wichtiger. Die
Zusammenballung von Marktmacht, insbesondere auf dem Desktopmarkt ist
wettbewerbsschädlich, wirkt sich auf Qualität und Preise negativ aus und
ist damit schlußendlich auch gesellschaftspolitisch schädlich.
Daher ist es aus meiner Sicht wichtig, Alternativen zu schaffen und zu
befördern. Gäbe es neben Microsoft 20 weitere große Hersteller von
proprietären und lizenzkostenpflichtigen Betriebssystemen, die ähnliche
Marktanteile hätten, wäre ich auch zufrieden - ich könnte dann aber auch
ohne Bedenken ein MS-Produkt erwerben.
>Mit der Verbreitung von proprietärer Software, die in einem solchen
>GNU/Linux-System läuft (auch von proprietären Druckertreibern) reagieren
>die Hersteller bewusst auf die "technischen" Vorteile von Freier
>Software (wahrscheinlich im Falle von Hardwareherstellern wie Samsung
>sogar hauptsächlich aufgrund von Druck aus dem Markt) und kehren den
>wichtigsten Punkt, den Freiheitsaspekt, komplett und absichtlich unter
>den Tisch.
Und? Ein Markt ist ein Markt ist ein Markt... Der (in den Grenzbereichen
gezügelte) Markt reguliert ideal, wie man am Samsung-Beispiel sieht. Und
wenn es ein echtes übersteigendes Bedürfnis nach nicht-proprietären
Treibern gibt, werden proprietäre vom Markt verschwinden - wie übrigens
-nach meiner Meinung als Wettbewerbsrechtler- langfristig auch Microsoft
deutlich an Marktanteil zugunsten konkurrierender Betreibssysteme
verlieren wird. Noch ist das Betriebssystem DIE Cash Cow schlechthin für
MS, aber jeder Betriebswirt weiß, was lt. BCG-Matrix anschließend kommt:
"Poor Dogs" -kein Cash, kein Wachstum. Und im entstehenden Leerfeld
ist Platz für frische Konkurrenz mit Biß.
> Sie wollen auf der "Linux-Welle" (sic!) mitschwimmen, ohne
>aber die echten Hintergründe von Freier Software anzuerkennen.
Noch einmal: Und? Samsung wil Geschäft machen. Daran ist nichts
verwerflich. Das Unternehmen füttert tausende Mitarbeiter und Eigner.
Das Management wäre sträflich dumm, wenn es den wachsenden Linuxmarkt
vernachlässigen würde.
Gruß
ch
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