System für Edubuntu Terminal-Server

Bernd Schwendele ml at schwebekoma.de
Mit Nov 15 13:43:02 GMT 2006


>> Andererseits, ist es nicht schon dilettantisch, jemandem GNU/Linux als
>> Server-OS zu empfehlen *scnr & duck*. 
>>     
> Kommt zum einen etwas darauf an als was man eine Server Distribution 
> bezeichnet.
> Für die einen ist ein Linux from Scratch (LFS) die Ultimative Lösung für eine 
> Server Distribution. 
> Allerdings dort wo die Unternehmensleitung mitbekommt das die IT monatelang 
> daran rumbastelt ihre Lieblingsserverkonfiguration auf Basis von LFS auf die 
> Beine zu stellen wenn bereits Distributionen wie RH Enterprise Server, 
> Univention Groupware / Communication Server mit allen nötigen Services fix 
> und fertig konfiguriert aus der Box daher kommen und es für das Geld noch 
> einen guten Support gibt wird man sich als IT'ler schnell nach einem neuen 
> Job umsehen müssen.
>   

Hmm, ich dachte dabei eher an die BSDs, als an LFS.  :)


>> Nein, Spaß beiseite - jetzt muss ich doch einfach mal ganz dumm fragen, was
>> an "Bleeding Edge" Anwendungen, die nach längerer Eigenrecherche stabil
>> laufen, so schlimm ist? 
>>     
> Zu Hause ist es so gut wie egal, aber da wo es Kosten verursacht oder 
> zusätzliche knapp bemessene Zeit kostet schon. 
> Übrigens ist dies einer der Gründe warum Unternehmen wie auch Schulen gerne zu 
> Distributionen greifen die auch Geld Kosten. Die paar EUR die ein 
> OpenSchoolServer oder eine Unternehmens Server Distribution mit Geld kostet 
> sind verschwindend gering gegen den Aufwand eine unkonfigurierte Distribution 
> wie ein Debian einzusetzen. 
>   

Du sagst also - wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, das es 
wichtig ist, dass Dinge out-of-the-Box laufen und am besten mit wenig 
Konfigurationsarbeit in das eigene System integriert werden sollen? 
Andererseits ist die "Konfigurationsgeschwindigkeit" eines Admins doch 
proportional zu seinen Erfahrungen und dabei spielt die Distribution, 
welche er kennt, eine erhebliche Rolle. Ich meine, ich könnte in 
kürzester Zeit einen Apache auf Debian und FreeBSD installieren, bei 
SuSE bräuchte ich schon etwas länger, v.a. weil deren Paketverwaltung 
eine Ewigkeit benötigt und vor Mandriva würde ich dastehen wie der 
letzte Mensch.


> Der große Unterschied ist das Geld oder besser die (möglichen) Kosten die 
> Verursacht werden (können).
>
> - Zu Hause ist es mit ein Wenig Zeitaufwand selber zu beheben wenn man 
> entdeckt das clamav einen Bug hat der bei Ubuntu lange nicht gefixt wird weil 
> es in Universe liegt und daher keine security Updates bereit gestellt werden. 
>   

Ja, das ist schon ein starkes Stück! Mal davon abgesehen, das mein 
Beastie sofort Alarm schlägt, wenn ich versuche volun. Software 
einzuspielen. Die andere Sache, die mir immer wieder durch den Kopf geht 
ist - Kann es sein, dass sich einige Distributionen zu viel Arbeit 
aufgehalst haben - ganz speziell im Hinblick auf, "wir drehen die 
gesamte Softwarewelt durch einen Flaschenhals". Vielleicht wäre es 
besser man würde sich nur um die "wichtigen" Pakete kümmern. Warum muss 
z.B. ein CMS als Paket vorliegen, welches ich auch so von der 
betreffenden Seite herunter laden kann? Bringt mir ja eigentlich nichts, 
wenn dieses dann nicht ständig unter den Augen des Maintainers auf Bugs 
und Securityholes überwacht wird. Ferner stelle ich mir die Frage, wenn 
ein Projekt nicht dazu in der Lage ist, stabile Versionen heraus zu 
bringen, warum erhält es dann überhaupt Einzug in eine Distribution? 
Damit die Distribution dann sagen, schaut her, wir haben über 15.000 
Pakete. *Kopfschüttel*


> In Umgebungen wo Zeit Geld kostet und knapp bemessen ist sieht das schon 
> ganz anders aus. Oft hat man als Administrator in klein und mittelständischen 
> Unternehmen (KMU) oder als IT Verantwortlicher Lehrer an einer Schule nicht 
> die Zeit um sich immer auf dem laufenden zu halten was an bugs oder wie im 
> Beispiel clamav an security holes aufgetaucht sind. 

Dann sollte man als Arbeitgeber die Situation neu überdenken und entweder
a) die Finger von einem solchen System bzw. einer solchen Infrastruktur 
lassen oder
b) jemanden einstellen, der sich darum kümmert.
Alles hat seinen Preis. Ich glaube nicht, dass Schumi seine Karre selbst 
repariert. Dafür gibt es Ingenieure und Techniker. Würde er seinen Wagen 
selbst warten (vorausgesetzt er hat das notwendige Know How), dann hätte 
er womöglich weniger Zeit für das Training und würde bei weitem 
schlechter Abschneiden.


> Dazu hat man ein Paketsystem mit dem der Distributor dem  Unternehmen / dem Lehrer diese 
> Arbeit abnimmt. 

Oder auch nicht, wie man im Fall Samba, clamav usw. usf. sieht.


> Von den Kosten die verursacht werden falls wirklich einmal 
> ein Intruder das Firmen/Schul-Netz aufrollt nicht zu reden.

Wehe dem, der ohne Backups ist. :)


> Was die Knappheit an Zeit angeht gilt dies auch in Schulen (frag mal einen 
> Lehrer der sich um die IT kümmert wieviel zeit ihm dafür zugestanden wird, 
>   

Das habe ich letztens. Für besonders schwere Fälle gibt es Admins, die 
meiner Meinung nach verdammt gut bezahlt werden. ;)


> Und oft ist im Bildungsbereich auch nicht immer das umfangreiche Know How vorhanden um sich 
> um Security oder Bugs selber kümmern zu können. 

Immer wieder bestätigt dies meine Vermutung - PCs sind noch nicht 
alltagstauglich, sie sind  höchstens hobbytauglich.
Gruß

PS Sehne mich nach meinem C128 zurück :)