gelöschte Daten von NAS Drive mit ext3 wieder herrstellen

Uwe Walter info at warp-factor.de
Mon Jan 14 20:37:16 GMT 2008


Hallo Guido,

Am Mittwoch, den 09.01.2008, 09:50 +0100 schrieb Guido Schmidt:
> [..] dem Filesystem ext3 [...]

Das ist nach meiner Erfahrung ein Problem!

Ich könnte mir vorstellen, dass TestDisk Dir hier nicht viel nutzen
wird, da es dafür konzipiert ist beschädigte Dateizuordnungstabellen
wiederherzustellen. In Deinem Falle sind aber die Einträge nicht
korrupt, sondern definitiv gelöscht.


> gelöscht und ich weiss, dass eigentlich nicht
> die Daten sondern nur die Inod's gelöscht sind. 

Ich hatte mal fälschlicherweise ein Webprojekt gelöscht und musste das
dann wiederherstellen. Und so habe ich das Netz nach Lösungen
durchsucht, weil ich den gleichen Gedanken hatte, den Du jetzt
verfolgst.

Das Problem hierbei war aber, dass lediglich Recovery-Tools wie
beispielsweise lsdel e2recovery


> Habt ihr eine Idee wie ich die Daten doch wieder zurückbekommen???

Als *aller erstes* solltest Du einmal sicherstellen, dass auf das
betroffene Laufwerk nicht mehr geschrieben wird, da sich ansonsten
*logischerweise* die Chance einer erfolgreichen Wiederhestellung
zunehmend verringert. Selbst der simple Zugriff auf eine Webseite oder
das Abrufen von eMails, kann Dir Teile dieser Dateien überschreiben,
sofern das auf der selben Partition erfolgt.

Solltest Du verschiedene Partitionen eingerichtet haben, dann umounte
das Laufwerk. Hast Du alles in einer Partition (worst case) drinnen dann
starte den Rechner *nur* noch mit einer LiveCD.

Auf den folgenden Seiten findest Du gute Artikel zum Thema. In wie weit
die Tipps sich jetzt aber auf ein ext3 Dateisystem anwenden lassen, kann
ich Dir leider nicht sagen, denn das Problem ist ja, dass ext3 ein
journaling Filesystem ist. Da laufen diese Dinge etwas anders, als beim
ext2.

http://www.keuler.de/doc/support-db/sdb/cg_rmfiles.html
http://www.faqs.org/docs/Linux-mini/Ext2fs-Undeletion.html


Und auf der folgenden Seite findest Du auch einen Link zu dem Tutorial
"The Unix Way" für den weiter untern von mit beschriebenen Ansatz.

http://recover.sourceforge.net/linux/

Ich hatte mich damals für diese Lösung entschieden, da bei mir
glücklicherweise *nur* Textfiles in Form von PHP, CSS etc. zu retten
waren.

Ansatz:
^^^^^^^
1. Betroffenes Laufwerk aushängen.
2. Per "fdisk -l" die Blockanzahl des Laufwerks ermitteln.
2. Per dd die Rohdaten blockweise auslesen und auf ein anderes Laufwerk
   schreiben. Ich hatte mich damals für 1GB Häppchen entschieden.
3. Inhalte aus den erzeugten Häppchen abgreppen und in eigene Dateien
   schreiben. Dazu musst Du natürlich noch wissen, was in den Dateien
   drinstand.

Sehr nachteilig bei dieser Geschichte ist der Arbeitsaufwand. Denn 20
Gigabytehäppchen zu durchsuchen dauert etwas. Bei mir war das in etwa
ein halber Tag. So gesehen aber dennoch ein lohnender Aufwand, denn wenn
ich das hätte neu codieren müssen, wäre ich wahrscheinlich eine ganze
Woche dran gewesen.


Je nach Wichtigkeit der Daten könnte man sich dann aber auch für eine
Software entscheiden, die nicht umsonst erhältlich ist. Das hier wäre
zum Beispiel eine konstenpflichtige Lösung.

http://www.stellarinfo.com/de/linux-datenrettung.htm


Ich wünsche Dir viel Glück bei der Rettung Deiner Daten.

Gruß Uwe