Ubuntu + seltene Grafikkarte = Mist^2
Christian Brandt
brandtc at psi5.com
Die Nov 18 10:15:37 GMT 2008
Rainer schrieb:
> Klar, aber die ganze Versuchsreihe hier dokumentieren zu wollen, wäre
> ein hoffnungsloses Unterfangen (zuviele Versuche über einen zu langen
> Zeitraum). Meine Wunschvorstellung wäre: Saubere Konfiguration des
> TFT-Monitors und einer Auflösung von 800x600 bei 70Hz (so wie es bei
> Win2000 tadellos läuft).
Das geht nicht weil TFTs immer eine feste Auflösung und eine feste
Wiederholfrequenz haben. Du kannst zwar andere Werte einstellen,
versaust Dir damit aber durch interne Interpolation sämtliche Vorteile
eines TFT. Gerade das Ändern der Wiederholfrequenz ist im höchsten Masse
kontraproduktiv weil ein TFT keine echte Wiederholfrequenz für die
Ausgabe verwendet sondern nur einen Refreshzyklus für den internen
Framebuffer. Im Besten hat man auf einem TFT mit 70hz "nur" heftiges
Tearing, d.h. horizontal zerrissene Bilder bei schnellen Bewegungen.
> Das scheinen verschiedene Programme aber
> ohnehin so nicht mitzumachen.
Software kümmert sich in keinster Weise um die Einstellungen des
X-Servers, da spielt nur die Auflösung und Farbtiefe eine Rolle:
Echtfarb- (12, 15, 16, 24, 32Bit) oder ein Palettenfarbsystem (1, 4, 8Bit)
Die sehr wortreiche aber leider sehr faktenlose Fehlerbeschreibung läßt
mich eins vermuten: Die Grafikkarte wird nicht korrekt erkannt und kann
daher nicht per DDC (die alte Kiste wird sicher analog angeschlossen)
die Monitordaten auslesen. Da hilft nur eins, die Frequenzen,
Auflösungen, Farbtiefe und Defaulttiefe per Hand in /etc/X11/xorg.conf
eintragen, notfalls den Grafiktreiber von nvidiairgendwas auf vesa ändern.
Ganz ehrlich, der Support für ältere/seltenere Grafikchips unter Ubuntu
ist beschissen bis bescheiden. Egal ob S3-Virge, ATI ES1000, NVidia
TNT1, Savage 3D, ET6000 uva - Ubuntu erkennt das alles nicht brauchbar
und man muß oft froh sein wenn man es wenigstens mit Vesa zum laufen
bekommt. Der sogenannte Rettungsmodus beim Nichterkennen einer
Grafikkarte ist ein Brüllwitz, funktioniert wirklich schlecht und macht
mehr kaputt als er hilft. Nichtmal das Werkzeug für hänfische
Optimierungen ist noch enthalten (xf4config etc), Debian und Suse machen
das sehr viel besser
Das könnte dann etwa so aussehen:
# xorg.conf (X.Org X Window System server configuration file)
#
# This file was generated by failsafeDexconf, using
# values from the debconf database and some overrides to use vesa mode.
#
# You should use dexconf or another such tool for creating a "real"
xorg.conf
# For example:
# sudo dpkg-reconfigure -phigh xserver-xorg
Section "InputDevice"
Identifier "Generic Keyboard"
Driver "kbd"
Option "XkbRules" "xorg"
Option "XkbModel" "pc105"
Option "XkbLayout" "de"
Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
Option "XkbOptions" "lv3:ralt_switch"
EndSection
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "mouse"
EndSection
Section "Device"
Identifier "Configured Video Device"
Boardname "vesa"
Busid "PCI:1:6:0"
Driver "vesa"
Screen 0
EndSection
Section "Monitor"
Identifier "Configured Monitor"
Vendorname "Generic LCD Display"
Modelname "LCD Panel 1280x1024"
Horizsync 31.5-64.0
Vertrefresh 56.0 - 65.0
modeline "800x600 at 60" 40.0 800 840 968 1056 600 601 605 628 +hsync +vsync
modeline "1024x768 at 60" 65.0 1024 1048 1184 1344 768 771 777 806
-vsync -hsync
Gamma 1.0
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Default Screen"
Device "Configured Video Device"
Monitor "Configured Monitor"
Defaultdepth 16
SubSection "Display"
Virtual 1024 768
Depth 16
Modes "1024x768 at 60" "800x600 at 60"
EndSubSection
EndSection
Section "ServerLayout"
Identifier "Default Layout"
screen 0 "Default Screen" 0 0
EndSection
Section "Module"
Load "glx"
Load "GLcore"
Load "v4l"
EndSection
Section "ServerFlags"
EndSection
Christian Brandt