Ubuntu 8.1 Programme installieren

Matthias Mees mmees.ubuntu at googlemail.com
Don Nov 20 23:47:10 GMT 2008


20.11.2008 - Taner Ayaydin:

> Ein paar Programme konnte ich über "Anwendung - Hinzufügen" gut
> installieren. Restliche Installationen machen mir Probleme. Könnte
> man mir eine Quickerklärung zu verschiedenen Installationen leisten?

Es gibt grundsätzlich verschiedene Wege, unter Linux Programme zu
installieren. Die einfachste und sicherste Methode für einen Einsteiger
ist es dabei, stets bei den Paketquellen einer Distribution zu bleiben.

Vereinfacht gesagt umfasst das Programme aus verschiedenen Quellen, die
für eine Distribution vorbereitet paketiert wurden. Viel besser als ich
erklärt das

http://wiki.ubuntuusers.de/Paketverwaltung

> 1. Es gibt ja .sh Programme. Sowas lässt sich wohl am leichtesten
> installieren. Einfach sh Datei.sh in der Konsole aufrufen.

Oha, obacht. Das Dateisuffix besagt auf Linuxsystemen nicht unbedingt
etwas. Richtig ist, dass die Konvention, das Datein mit der Endung .sh
Shellskripte sind - aber ich kann ebensogut einem Shellskript die
Dateiendung .jpg verpassen. Oder gar keine. Das ändert nichts daran,
dass es sich dabei um ein Shellskript handelt.

Im Übrigen gibt es ein fertiges NetBeans-Paket in universe.

Was universe ist? http://wiki.ubuntuusers.de/Paketquellen :-)

> 2. Wie installiere ich .bin Dateien? (java_1.5.0_12.bin) Brauche ich
> für Netbeans, damit ich den Pfad für JDK angeben kann)

Das grandiose an einer Paketverwaltung ist, dass sie (im Idealfall
zumindest) Abhängigkeiten für Dich auflöst. Praktisch gesagt: Du
installierst über die Paketverwaltung ("System" -> "Systemverwaltung"
-> "Synaptic Paketverwaltung" im Menü eines Gnome-Desktops) z.B.
NetBeans. NetBeans benötig eine Java Runtime Environment, das "weiß"
die Paketverwaltung - also installiert sie diese sogenannte
"Abhängigkeit" gleich mit. Automagisch.

> 3. Dann gibts noch Install-Programme. Hier einfach ./configure.
> Anschließend make install und zum Schluss makefile???

Normalerweise ./configure, make, make install.

Allerdings ist es zum einen vorzuziehen, eigene .deb-Pakete zu bauen,
wenn man Software installieren "muss", für die es keine
Ubuntu-/Debian-Pakete gibt, damit man diese bei Bedarf leichter und
rückstandsfrei entfernen oder aktualisieren kann. Zum anderen wäre
einem Einsteiger immer zu empfehlen, zunächst über die Paketverwaltung
nach einem fertigen Paket zu suchen, auch wenn es ggf. in einer nicht
brandaktuellen Version vorhanden ist.

Brandaktuelle Software nützt Dir wenig, wenn Du bei Ihrer Installation
Dein System zerlegst, und dazu neigen Anfänger, wenn sie Programme
selbst kompilieren.

> 4. Dann gibts noch RPM Programme. Habe da vorhin OpenOffice3 entpackt
> und erhielt 10-20 rpm Dateien und weiß nicht, was ich damit anfangen
> soll.

Gar nichts. RPM-Archive verwendet man auf RPM-basierten Distributionen,
Ubuntu aber basiert auf Debian und verwendet damit auch dessen
Paketsystem, welches Pakete mit der Endung .deb verarbeitet.

Es ist theoretisch zwar möglich, RPMs mittels des Skripts alien
in .debs umzuwandeln, aber der einfachere Weg ist de facto die Suche
nach einem geeigneten Paket. Den Schritt über alien sollte man meines
Erachtens erst dann wagen, wenn es partout kein fertiges Paket gibt und
auch kompilieren bzw. der Bau eines eigenen .deb-Paketes keine Option
ist.

> 5. .deb (Virtualbox) Programme kann man einfach Doppelklicken auf dem
> Desktop. Er wollte jetzt ein paar Pakete automatisch (libqt4-sql
> usw.) nachinstallieren, da ich keine Internet-Verbindung hatte,
> schlug das ganze Fehl. Bei aktiver Internetverbindung dürfte dann die
> Installation problemlos funktionieren.

Wenn diese Pakete in Deinen Paketquellen zu finden sind, sollte das
normalerweise klappen, ja.

> Bei Ubuntu, genauso war es auch bei Suse, dass ich einen Rechtsklick
> auf die USB-Platte ausüben und es "aushängen" konnte, de Festplatte
> dreht sich jedoch munter weiter, ohne runterzufahren?

Wenn die Festplatte sorglos abgezogen werden kann, sollte normalerweise
ein Hinweisfenster am unteren rechten Bildschirmrand auftauchen.

Möglicherweise musst Du etwas länger warten, bis die Platte endgültig
ausgehangen werden kann, da noch Schreibvorgänge laufen, möglicherweise
liegt da auch ein Defekt seitens der USB-Platte vor. Schwer zu
diagnostizierne.

> Muss dann noch ein paar Kleinigkeiten installieren, wenn ich das
> obere erlernt habe (MSN (über Wine), Sykpe, XAMPP (Apache, mySQL,
> phpmyadmin, Tomcat)) dann kann ich wieder weiterprogrammieren ;)

Ich bin jetzt kein MSN-Experte, aber wenn es nur um den MSN-IM geht -
das sollte pidgin erledigen können, ganz ohne wine :-) Skype macht
meines Wissen ekiga (ich nutze kein Skype).

Und XAMPP ist auf einem Linux-System auch nicht wirklich notwendig
(aber natürlich möglich). Du hast jetzt Linux, da kannst Du Dir
ebensogut gleich ein "richtiges" LAMP aufsetzen. L hast Du schon, A, M
und P installierst Du über die Paketverwaltung, Tomcat ebenso.

Allgemeine Tipps:

- Lies viel. Einer der herausragenden Vorteile von Linux ist, dass es
hervorragend und äußerst umfangreich dokumentiert ist.

- Frag viel. Aber prüfe erst, ob die Frage vielleicht an leicht
zugänglicher Stelle bereits beantwortet wurde.

Gruß, Matthias