grub 2x
Christian Schult
cschult at gmx.de
Do Dez 17 17:59:04 GMT 2009
Hallo Luise,
* Luise Kunkle <sem-pa at bar-do.net>:
> On Thu, 17 Dec 2009, Christian Schult wrote:
> >* Luise Kunkle <sem-pa at bar-do.net>:
> >>Wenn ich aber jetzt sagen wir hardy oder karmic oder debian neu
> >>installiere und dann bei der Inst. grub ebenfalls installiert wird:
> >>dann wechselt die Master-List auf das zuletzt installierte System?
> >
> >Falls Du diesen im MBR installierst.
> >
> >>D. h.:Ist grub auf dem System "installiert", wo die (von mir so
> >>genannte) "Master List" ist?
> >
> >Die Frage verstehe ich nicht.
> >
> Ich habe in den docus öfters mal gehört, (so etwa) "wo grub
> installiert ist"
>
> Darunter konnte ich mir nie was vorstellen, ich hatte keine Ahnung,
> was damit gemeint war, d. h. wo nun grub installiert war.
>
> Du sagst ja oben auch wieder: "Falls Du diesen im MBR installierst".
>
> Aber eigentlich ist es doch gar nicht im MBR installiert - nicht
> physisch dort abgelegt. Die Daten des "MBR" sind doch für grub das,
> was ich als Master List genannt habe. Oder sehe ich das falsch?
Jepp, es ist etwas anders. :-) Was der MBR ist und wie grub das zu
startende Betriebssystem findet ist in
http://de.wikipedia.org/wiki/Master_Boot_Record
beschrieben.
Kurz: der MBR ist der erste Sektor (0) einer Festplatte. Die Sektorgröße von
Festplatten ist 512 Byte. In den ersten 440 Bytes ist Platz für
ausführbaren Code, den das BIOS beim Systemstart in den Speicher lädt.
Dann ist im Sektor 0 noch Platz für Größen- und Positionsdaten von bis
zu vier Partitionen, die Partitionstabelle.
Bei der Installation von Grub "in den MBR" wird von Grub Code in die
ersten 440 Byte geschrieben, der vom BIOS gestartet wird. Dieser Code
lädt und startet dann den restlichen Code von Grub aus /boot/grub/...
nach (stage2) oder aus dem Bootsektor der zu startenden Partition
(stage1.5). Naja, steht besser beschrieben in o.g. Artikel.
> >Ich würde die zweite Variante des von Dir erwähnten Wiki-Artikels
> >wählen. Also jedem Linux sein Grub. Dein Hauptsystem
>
> Das wäre dann in meinem Fall hier dieses Xubuntu, nehme ich an
>
> darf sein Grub in
> >den MBR der Festplatte schreiben, die anderen Linux schreiben ihren Grub
> >in den Bootrecord ihrer /-Partition.
>
> und das wird mit bei der Installation angeboten afair.(?)
>
> Gestartet werden die Neben-Linuxe
> >über den Grub im MBR mittels eines chainloader-Eintrags (wie Windows).
> >
> >Dann hat jedes Linux sein eigenes Grub-Menu (versch. Kernels wählbar,
> >keine Update-Probleme).
> >
> Mit dem update habe ich da mein Verständnis-Problem: Wenn ich das so
> mache, weiß dann grub im Hauptsystem, dass da ein neues Linux
> dazugekommen ist und fügt das in seine menu.lst für das mbr ein???
> Anders gefragt: Fügt grub bei der Installation das neue System in
> die "Master-List" ein?
Nein, das ist nicht nötig. Der im MBR installierte Grub (des
Hauptsystems) startet mittels der chainloader-Anweisung den Grub des
Neben-Linux. Dieses Grub ist aktuell und weiß, welche Kernel für das
Neben-Linux zur Auswahl stehen.
> Bei der 1. Version dürfte es, was updates betrifft, doch eigentlich
> auch kein Problem geben: die kernels, die upgedated werden, sind
> doch immer noch vmlinuz.
Du kannst aber nur diesen einen, über den Symlink vmlinuz referenzierten
Kernel starten. Du musst immer update-grub im Haupt-Linux starten wenn
Du im Neben-Linux einen anderen Kernel installiert hast. Das entfällt,
wenn jedes System sein eigenes Grub hat (und eines davon im MBR ist).
Gruß
Christian