OT: Privacy

Karsten Linke ml at linke-pc-service.de
Di Apr 13 12:04:13 BST 2010


Am 13.04.2010 11:37, schrieb Rainer:
> Hallo Karsten,
>
> Am Tue, 13 Apr 2010 11:15:37 +0200
> schrieb Karsten Linke <ml at linke-pc-service.de>:
>   
>>> Die einzelne Information mag harmlos erscheinen. Leider ermöglicht
>>> die heutige Technik es, Informationen aus allen möglichen Quellen
>>> zu fusionieren: Bookmarks (wenn du sie bei google, yahoo, msn oder
>>> ähnlichen speicherst), Inhalt deiner E-Mails, Korrespondenzpartner,
>>> Surf-Historie, eingegebene Suchbegriffe, eingegebene
>>> Formulareinträge usw. Daraus wird zusammen ein ziemlich
>>> detailliertes Bild über dich. Das kann sich auswirken, indem du
>>> gezielt auf deine Interessen gerichtete Werbebanner eingeblendet
>>> bekommst, oder indem du einschlägigen SPAM per E-Mail und per
>>> Schneckenpost bekommst. Unangenehmer wird es, wenn deine Bank dir
>>> den gewünschten Kredit verweigert, weil du als "nicht
>>> vertrauenswürdig" eingestuft bist. Oder wenn dir der Check-In für
>>> einen Flug verweigert wird, weil du auf einer Liste mit
>>> Terrorverdacht gelandet bist. Alles schon passiert, und zwar auch
>>> und gerade "unbescholtenen" Menschen. Aber ist ja nicht kritisch. 
>>>   
>>>       
>> Ist mir schon klar, worauf Du hinaus willst und das sehe ich
>> prinzipiell genauso. 
>>     
> ... ist eine rein rhetorische Antwort, denn in Wirklichkeit siehst Du
> es nicht so - das jedenfalls sagst bzw. schreibst Du nachfolgend:
>   
Sehe ich anders, Du machst es Dir da zu einfach.
>   
>> Aber: Das kann Dir bei Mr. Wong natürlich nicht
>> passieren (die Ironietags spare ich mir mal) ;-) 
>>     
> Genau hier beginnt schon die Argumentation in schwarz weiß: Natürlich
> besteht immer die Gefahr von Datenmissbrauch. Aber: wo ist sie größer?
> Nach meiner Erfahrung halten Firmen aus Ami-Land persönliche Daten für
> Artikel aus Selbstbedienungsläden, die zudem nichts kosten. Firmen mit
> Sitz in Deutschland unterliegen hiesigen, wesentlich strengeren
> Gesetzen.
>   
Ja, das sehe ich in der Tat recht simpel. Denn letztlich beweisen die
Datenskandale die in unseren Landen ständig ans Tageslicht gekommen sind
und auch kommen werden, dass egal wo Du Informationen veröffentlichst
(also unabhängig vom Land, Serverstandort und dem Firmenstammsitz),
diese Daten genutzt und zweckentfremdet werden. Insofern habe ich da
eine recht einseitige Sichtweise. Was dann jeder von sich preisgibt, ist
IMHO die Sache des Einzelnen. Der Mißbrauch passiert dann sowieso ganz
automatisch. Deswegen die Aussage mit der Höhle für die, die so
garnichts von sich preisgeben möchten.
>   
>> Allein das schreiben
>> auf dieser Liste ist ja schon wieder eine Datenspur - schrecklich.
>> Wenn Du nicht willst, dass Profile über dich erstellt werden, dann
>> musst Du entweder komplett den Stecker ziehen, dein Handy abschalten
>> und in eine Höhle in den Bergen ziehen, 
>>     
> Ist die Tatsache, dass Einbrecher mit erheblicher krimineller Energie
> und Durchsetzungswillen selbst in gut abgesicherte Wohnungen kommen,
> für Dich ein Grund, ab sofort Deine Wohnungstür offen stehen zu lassen?
>   
Da magst Du Recht haben, aber ich scheue den Aufwand und behalte von
daher lieber nur wirklich sensible Daten im Auge, das reicht mir. Dazu
gehört auch das sichern meiner Wohnungstüre - hier betreibst Du eine
schwarz-weiß Sicht auf meine Art mit meinen Daten zu haushalten.
>
>   
>> Allerdings glaube ich
>> mittlerweile, dass wir (ich und mein Leben) so irre interessant nicht
>> sind, als das sich dieser Aufwand lohnen würde. Die Zeit verbringe ich
>> lieber anders - klingt bequem und ist es auch.
>>
>>     
> Ja, und Glaube kann Berge versetzen ....
>   
Sieh es wie Du willst - meine Meinung dazu siehe oben. Ich habe nicht
den Willen, ALLE Daten zurückzuhalten, weil das IMHO auch unmöglich ist,
bzw. der Aufwand ist mir einfach zu groß.
>> Ist sicherlich eine Einstellung die an manch paranoiden Weltbildern
>> vorbeigeht, 
>>
>>     
> Weisst Du 'was? Lass uns doch einfach den Datenschutz abschaffen.
>   
Zu extrem - ich begrüße die Gesetze zum Datenschutz genauso wie jeder
Andere. Du behauptest, dass dem nicht so wäre, aber ich sehe das einfach
etwas entspannter, was bestimmte Daten angeht.
>> aber damit kann ich persönlich ganz gut leben.
>>
>>     
> Wie Vogelsträuße erfolgreich Gefahren ausblenden, ist Dir vermutlich
> bekannt.
>   
Jap. Aber ich habe eben lediglich ein Auge auf die (für mich) wirklich
wichtigen Gefahren und laufe nicht bei jedem Anzeichen von
Mißbrauchsgefahr davon. Wenn Du mir da eine Vogelstrauß-Mentalität
nachsagst, dann empfinde ich das zwar als ein bißchen frech, aber wir
leben ja in einem Land mit Meinungsfreiheit, also gönne ich Dir das voll
und ganz ;-)
>   
>> Versteh mich nicht falsch: 
>>     
> Da gibt's eigentlich nicht viel falsch zu verstehen.
>
>   
>> Ich bin ebenso gegen
>> Vorratsdatenspeicherung und Co. 
>>     
> Wirklich? Warum? Deiner Argumentation folgend, kann es Dir doch
> eigentlich wurscht sein.
>   
Siehe Post von Patrick Cornelissen - das eine geschieht freiwillig, das
andere eben nicht. Da sehe ich den Unterschied.
>   
>> aber man kann es auch übertreiben mit
>> dem Informationsmanagement.
>>
>>     
> Wo fängt für Dich die Übertreibung an?
>   
Die Grenzen sind fließend und das kann nur jeder für sich selbst
festlegen - Du, wie Du das gern möchtest und ich, wie ich das eben gern
möchte. Deswegen sehe ich hier auch kein Problem. Wie Du so schön
geschrieben hast: Die Welt ist eben nicht nur schwarz und weiß.
> MfG
>
> Rainer
>   

MfG
Karsten