5 Jahre aktuellste Software ?

Rainer spots4as at gmx.de
Mo Jul 9 14:00:34 UTC 2012


Am Sun, 8 Jul 2012 22:55:27 +0200
schrieb Stefan Luetje <stefan.luetje at t-online.de>:

> Am 08. Jul 2012 um 21:05 CEST schrieb Rainer:
> > Am Sun, 08 Jul 2012 20:20:29 +0200
> > schrieb Florian Diesch <diesch at spamfence.net>:
> 
> > > Die Zeit der Entwickler ist begrenzt und ziemlich knapp. Zeit,
> > > die in Bugfixes investiert wird, fehlt daher immer auch woanders.
> > > Es ist daher notwendig, dass man sich als Entwickler Gedanken
> > > über das Verhältnis von Aufwand und Nutzen macht:
> > > 
> > An dieser Stelle ist der Kern des Problems angesiedelt. Einerseits
> > ist das alles frolgerichtig, was Du schreibst. Andererseits ergibt
> > sich für Anwender im Alltag daraus das hier diskutierte Problem: Bei
> > LTS-Versionen entweder
> > 
> > * den "unwichtigen" Fehlern leben oder
> > * sich (oft zeitintensiv) darum kümmern individuelle Lösungen zu
> >   stricken bzw. Workarounds aufzutreiben oder
> 
> Das macht man einmal nach der Installation, bzw. nach dem Upgrade und
> hat dann 5 Jahre lang seine Ruhe. Wo ist das Problem?
> 
Das kann ich Dir sagen. Die Entwicklungen gehen so rasant vonstatten,
dass sich - anders, als bei vielleicht Dir - auch die Anforderungen an
Betriebssysteme und Software verändern. Wer eine überschaubare und
übersichtliche Zahl von Anwendungen benötigt und mehr nicht, kann sich
seine Struktur und Arbeitsweise, seinen Softwarebedarf und benötigten
Funktionsumfang in Stein meißeln und lange gut genug damit leben - und
sich sogar auch auf den Standpunkt stellen: "brauche ich nicht, kommt
bei mir nicht auf den Rechner". Zu denen aber gehöre ich nicht.

Beispiel Flash: Es gab eine Zeit, da war das 'was Exotisches, ein
Extra-Luxus bzw. eine Spielerei. Heute sind Flash, Javascript und das
ganze Zeugs dermaßen verbreitet, dass ich bei vielen Websites, die
ich besuchen *muss*, gar keine andere Wahl habe, als damit zu arbeiten. 

Dies Beispiel steht für viele andere, bei denen (in vielen Fällen "von
außen" diktiert) neuen Anforderungen Rechnung getragen werden muss. In
solchen Fällen funktioniert das starre Prinzip nicht "einmal
installiert, Fehler beseitigt, 5 Jahre keine Probleme haben"

Weitere Gründe: 
*Wachsen der Anforderungen, weil man z.B. mit Aktivitäten beginnt und
sich über die Paketverwaltung neue Programme installiert (Beispiel
Multimedia);
*Zeitaufwand, den eine neue Installation per se schon mal mit
sich bringt (bei mir sind es meist Tage bis alles so eingerichtet
ist, wie ich es brauche). In diesem Fall kommen zeitaufwändige
Fehlerbereinigungen dazu;
*Unlösbarkeit mancher Probleme - Beispiel OOo:

Von der Version, die unter 8.04 zu der unter 10.04 hat es in OOo im
Detail viele, meinen Arbeitsfluss deutlich bremsende
Verschlimmbesserungen gegebenen (nicht nur das Shutdownproblem bei
Nutzung des Schnellstarters), bei denen ich als Anwender mich
außerstande sehe, diese Mängel zu beseitigen. Beispiel: in einem
Textdokument habe ich vorher ein Wort kopiert, die Zelle einer
Exel-Tabelle markiert und es mit Strg+V eingefügt. Fertig. Dort war es
dann genauso formatiert, wie die Tabelle. Jetzt in der neuen Version:
Wort kopieren, Zelle markieren, Menü: Bearbeiten, Inhalte einfügen, im
Kappmenü "unformatierter" Text auswählen, bestätigen. Fertig. Derlei
Fälle gibt es einige in OOo, die Beschreibung jedes einzelnen erspare
ich mir hier. Ufert sonst aus.

Zu guter Letzt: Es gibt Anwendungen, die unabhängig vom äußeren Zwang
schnelleres und effektiveres Arbeiten ermöglichen. Noch einmal OOo: Die
unter Ubuntu installierte Version erlaubte keinen pdf-Import, um
entsprechende Dateien bearbeiten zu können. Das mit der Konsole zu tun,
war für mich sehr umständlich. Eine neuere Version erlaubte es, aber
die Nutzung war für mich nicht möglich, wenn ich OOo nicht an der
Paketverwaltung vorbei oder gleich das gesamte System neu installieren
wollte. Ergo: Damit leben und sich ärgern - bisher 3 Jahre lang und nun
5.

Viele Grüße

Rainer



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