5 Jahre aktuellste Software ?

Maxx linux at houdek.de
Do Jul 12 00:00:57 UTC 2012


Hallo Ralf, Hallo alle anderen

Ralf schrub am Wed, 11 Jul 2012 22:55:30 +0200:
> Maxx schrieb:
> > Oder mit deiner Konzentration bei der Systeminstallation. Denn
> > eine Ubuntuinstallation wird eine Windowspartition nicht
> > anfassen, wenn du es nicht ausdrücklich so angibst.
> > Schlimmstenfalls startet Windows auch nicht mehr, weil der MBR
> > der Platte überschrieben wurde. Um den aber wieder herzustellen,
> > muss man nicht das Windows komplett neu installieren ;)
> 
> Normalerweise nicht aber in dem Fall schon. Jedenfalls blieb mir
> nichts anderes übrig.

Es gibt für diesen Fall nur zwei Möglichkeiten:
1. Du hast bei der Installation gesagt, dass die Windows-Partition
   angefasst werden soll (macht man nicht und es wird auch vor
   Verlusten gewarnt) - Urache: mangelnde Konzentration!
2. Die Installation wurde abgebrochen, bevor Grub vollständig
   installiert war. Dadurch kann der MBR der Platte schon
   überschrieben worden sein, aber der Rest noch nicht stehen. Dann
   muss man von einem anderen Datenträger (USB, CD, Diskette) booten
   und den MBR wieder herstellen. Eine Windows-Neuinstallation macht
   das auch - aber eben noch viel mehr. ;)

> >> Richtig, aber die größte Gratissoftwaresammlung ist wertlos wenn
> >> Bugs für eine eingeschränkte oder gar unbrauchbare Nutzung
> >> sorgen.
> >
> > Gibt da so einen Spruch: Der größte Bug befindet sich in der Regel
> > vor dem Monitor.
> 
> Wenn die Software einen Bug hat dann muß der Fehler aber vor der 
> Veröffentlichung davor gesessen haben.

Wenn die benannte Gratissoftwaresammlung wirklich nur sehr
eingeschränkt oder gar nicht nutzbar ist - Ja.

Wenn nicht - Siehe oben ;)

> > Es gibt bei der Komplexität heutiger EDV-Systeme keine
> > Fehlerfreiheit.
> 
> Eine 100%ige Sicherheit gibt es nicht - aber man kann sich bemühen
> sie schnellstmöglich zu beseitigen und Fixes die nicht
> sicherheitsrelevant sind aber die Benutzern zugesagte Funkionen
> betreffen gehören ebenfalls dazu.

Du musst schon den Entwicklern überlassen, wie sie ihre Ressourcen
bei der Fehlerbeseitigung einsetzen.
Da Linux aber ein offenes System ist, kann jeder Bugs beseitigen
(lassen) und dieses Ergebnis der Community zurückgeben - so ist das
Prinzip.
Es steht dir (und jedem anderen) also frei, die Ressourcenbasis zu
vergrößern und dann auch über den Einsatz dieser mitzubestimmen.

> Wenn ich ein Produkt wie Linux nutzen soll dann erwarte ich auch 
> besseres als bei Windows ( was nicht schwer sein sollte ).

Da ist also der Wurm drin: deine Erwartungshaltung.
Anscheinend decken sich deine Erwartungen nicht mit dem, was Linux
leisten kann (bzw. bestimmte Distributionen können oder wollen). Dann
musst du woanders suchen.

Ich erwarte kein besseres oder schlechteres System als Windows - ich
erwarte ein System, das meinen Ansprüchen weitestgehend genügt und
das ich ggf. auch weiter an meine Anforderungen anpassen (lassen)
kann. Und das habe ich in Linux gefunden :)
Vielleicht gibt es noch besseres - aber will ich das? Lohnt sich die
Suche danach? Für mich nicht.

> > ...
> > Übrigens laufen die Ubuntu-Upgrades wunderbar durch, solange man
> > nur Ubuntu-Software im System hatte.
> 
> Richtig , Aber die Anwendungssoftware ist leider nicht so aktuell
> wie ich sie gern hätte.

Dann musst du selbst Hand anlegen ;)

> > Wenn man selbst dran rumgefrickelt
> > hat, gibt es da unter Umständen Probleme - das ist doch aber auch
> > nachvollziehbar, oder?
> 
> Was heißt für dich rumfrickeln, ist da etwa das einbinden von
> Backports schon mit drin? Wenn ja dann siehe oben.

Jepp - es ist dann nicht mehr das "originäre" Ubuntu-System. Es wäre
eine Zumutung, die Upgrade-Routinen auf alle möglichen
Backport-Variationen abzustimmen. Es ist schon schlimm genug, so
viele Hardwarekonstellationen wie möglich zu berücksichtigen.

Und wenn jemand von Backports und anderen Quellen neuere
Programmversionen einspielen kann, dann kann man ihm auch zumuten,
gewisse Stolpersteine bei einem Distri-Upgrade zu parieren ;)

> > Dann bist du eh nicht der Typ, für den die LTS-Versionen gedacht
> > sind.
> 
> Wer ist es denn dann? Einmal installieren und dann nur Bugfixes -
> dann bin ich wieder bei Debian Stable. Denn es wurde hier ja
> mehrfach geschrieben das die Anwendungssoftware nicht aktualisiert
> wird.

Nein, bei Debian Stable bist du nicht - aber es ist vergleichbar.
Die LTS-Versionen sind (wie auch Debian-Stable) für die Anwender
gedacht, die ein stabil laufendes, sicheres System brauchen und denen
es egal ist, ob sie die allerneueste Version von diversen Programmen
drauf haben.
Ich sitze auf Arbeit manchmal an Windows-Rechnern, auf denen läuft
noch MS-Office 2000. Auch damit kann man arbeiten ;)

> > Wunderbar auf den Punkt gebracht.
> > Und du hast auch in etwa eine Ahnung davon, wie groß der Anteil
> > für Marketing und Vertrieb in solchen Produktpreisen ist?
> 
> Was interessiert mich der Preis wir reden hier über Marktanteile
> die Linux verspielt weil der Anwender nicht ernst genug genommen
> wird.

(Das freie) Linux ist kein Vertriebsprodukt, es wird nicht verkauft
und ist auf keine Marktanteile scharf.
 
> > Linux ist nie angetreten, das bessere Windows zu sein oder Windows
> > Marktanteile abzugewinnen.
> 
> Am Anfang nicht aber inzwischen sind über 20 Jahre vergangen und
> die Interessenlagen haben sich teilweise sehr geändert.

Nein, das Grundkonzept ist nach wie vor, eine Alternative anzubieten
- aber nicht, irgend jemand vom Markt zu verdrängen (auch nicht
teilweise).

> > Linux ist angetreten, um ein anderes
> > Softwarekonzept aufzuzeigen und so Alternativen anzubieten.
> 
> Dann ist Ubuntu also auf dem Markt um ein neues Softwarekonzept zu 
> aufzuzeigen? Wohl kaum, denn der Softwarecenter wird ständig
> ausgebaut und um kommerzielle Produkte erweitert.
> Ubuntu soll die Basis werden auf dem Produkte verkauft werden. Da
> ist auch nichts dagegen einzuwenden denn der Produzent steckt auch
> Geld hinein das er gern wiedersehen möchte - mit Verzinsung. Und
> solange auch die Opensourcesoftware angeboten wird kann ich damit
> gut leben.
> 
> Dieses Konzept kann aber nur aufgehen wenn die Verbreitung
> drastisch steigt - also Marktanteile gewonnen werden. Das wird aber
> nicht passieren wenn der Anwender dermaßen ignoriert wird.

Das mag für Ubuntu in Ansätzen so zutreffen - und die Verbreitung von
Ubuntu innerhalb der Desktop-Linuxe ist auch beachtlich.

Und natürlich, auch Linux-Supporter können mehr Geld verdienen, wenn
sie mehr Kunden mit Linux-Systemen haben.

Aber das Grundkonzept von Linux ist nach wie vor: Es ist eine freie,
quelloffene Alternative - ohne direkte Gweinnerzielungsabsicht und
damit auch ohne "Kampf" um Marktanteile.

> Wenn du also glaubst das Linux ein Nischenprodukt sein will dann
> stehst du ziemlich einsam da. 

Das habe ich nie behauptet. 

> ... der Rest möchte aber durch seine Arbeit anderen helfen und sich
> auch einen guten Ruf erarbeiten. 

Genau darum geht es - von Anfang an: Denen, die mit den bestehenden
Systemen nicht zufrieden sind, eine Alternative bieten und damit
ihnen helfen.
Und natürlich entwickelt sich so ein Projekt um so dynamischer, je
größer es wird, je mehr Leute und Firmen sich einbringen und es
vorantreiben. Aber es gibt keinen Kampf von Linux gegen Windows oder
sonstwen (von absurden Patentstreitigkeiten einmal abgesehen).

> > Wer ist "ihr"? :o
> 
> Alle diejenigen die glauben das sie auf ihrer Insel der
> Glückseligkeit alle anderen ignorieren können ohne die Konsequenzen
> ( Kellerloch ) tragen zu müßen.

Du siehst dich also nicht als Teil der Linux-Gemeinschaft? Aha ...

-- 
LG Maxx



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