Was tut ihr gegen Schadsoftware?
Christoph Schmees
cjws at gmx.net
Fr Mär 4 11:25:57 UTC 2016
Am 04.03.2016 um 09:16 schrieb Frank J.:
> ...
> Als ich noch Windows-Benutzer war, war ein tages-aktuelles
> Antiviren-Programm überlebenswichtig. Man musste sich selbst darum
> kümmern, eins zu bekommen.
> ...
> Es gibt auch Antiviren-Programme für Linux [1] und das "clamav" ist auch
> in der Standard-Installation von Ubuntu bereits installiert.
> ...
> Ist noch eine zusätzliche Konfiguration oder zusätzliche Maßnahmen
> notwendig?
> ...
Schädlinge können ja nur von außen auf dein System kommen.
1. Per LAN, Intranet. Mir ist nicht bekannt, ob die Schädlinge, die
sich per LAN ausbreiten, auf Linux befallen können. Einige der
Erpresser können jedenfalls Dateifreigaben im LAN erwischen. Risiko:
gering. Schutz: Vernetze dich nicht mit Windows-Rechnern, die
potentiell infiziert werden. ;-)
2. Per USB-Stick oder -Platte. Conficker ist ja ein prominentes
Beispiel. Risiko für Linux: Sehr gering.
3. Per E-Mail, Link oder Anhang. Da machst du alles richtig:
Misstrauen, nichts klicken oder öffnen. Die Virenschützer sind keine
wirkliche Hilfe. Immer wieder kommt es vor, dass neue Schädlinge
oder neue Mutationen von *keinem* der über fünfzig Scanner bei
Virustotal erkannt werden! Der beste Schutz ist Brain 1.0. :-) Im
Zweifel schau die den Quelltext an oder frage beim angeblichen
Absender nach.
4. Beim Surfen. Schutz: "Dunkle" Bereiche vermeiden (oder nur mit
einer Live-CD besuchen); Firefox mit NoScript, Ghostery,
AdBlock-Edge und weiteren Add-Ons; kein Adobe-Flash; stets sämtliche
SW aktuell halten.
Generell ist zu sagen: Sich gegen den gezielten Angriff eines
Geheimdienstes zu schützen, ist nahe an unmöglich. Aber davon reden
wir ja hier nicht.
Ansonsten ist Desktop-Linux gegen die üblichen Massen-Schädlinge und
Exploit-Kits relativ immun. Abgesehen davon, dass es wegen geringer
Verbreitung (noch) kein kein attraktives Angriffsziel bildet, ist es
konzeptionell sicherer als die Closed-Source Systeme. Und vor allem
laufen auf einem normalen Desktop-System kaum von außen angreifbare
Dienste.
Anders sieht das aus, wenn du dein System für Fernzugriff öffnest
oder einen aus dem Internet erreichbaren Server betreibst. Dann
solltest du dir unbedingt fachkundigen Rat holen.
Herzliche Grüße,
Christoph
--
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