Samsung SCX 4100

Martin Schmitz ubuntu at zangpo.org
Don Jan 27 11:45:32 CST 2005


Carsten Hoyer - ubuntu wrote:
> Jedem das seine, so auch Dir Deine Meinung.
> Nichtsdestoweniger habe ich noch das stete Gejammer im Ohr: "Die bösen
> Hardwarehersteller unterstützen aber nie Linux.... Nur deswegen
> funktionieren viele Geräte nicht oder nur unzureichend. "

Soetwas habe ich von ernstzunehmenden Leuten noch nie gehört.

> Dann tut das ein Druckerhersteller auf vorbildliche Weise , sogar
> inklusive eines Win-Umsteiger-freundlichen Installers und das ist auch
> wieder schlecht....

Daran ist nichts vorbildlich. Für den Umgang mit Druckern gibt es
jahrzehnte alte Standards. Ein proprietärer Treiber nutzt in vielen
Fällen überhaupt nix, ob er nun für Windows oder Linux ist.

Was die freie Software Gemeinschaft fordern sollte, sind offene
Spezifikationen und die Einhaltung von Standards.

Was machst Du, wenn in 2 Jahren Deine Linux-Umgebung ganz anders
aussieht als heute, es aber vom Hersteller keine neuen Treiber gibt?
Oder wenn Du Dich entschließt, von Linux auf FreeBSD umzusteigen? Oder
auf Mac OS X, damit tut Dein Drucker nämlich auch nicht?

Warum um Himmels Willen sollte ein Drucker auf die Verwendung mit einem
bestimmten Betriebssystem festgelegt sein?

> Wieso der Drucker jedoch Windows-Only-Hardware sein soll, wenn ein
> Linuxtreiber und auch ein Config- und Bedienprogramm für Linux beiliegt,
> erschließt sich mir nicht vollumfänglich.

GDI ist eine kastrierte Seitenbeschreibungssprache, die Windows für
viele Dinge benutzt (afaik auch für das Zeichnen der
Benutzeroberfläche). Aus diesem Postscript für Arme generiert der
Treiber dann Anweisungen für den Drucker. Wie diese Anweisungen genau
aussehen, weiß außer dem Hersteller niemand.

Standardsprache für Drucker ist Postscript, allenfalls noch PCL. Das ist
wohlbekannt und die Spezifikationen liegen für alle verfügbar offen.
Einem Drucker, der diese Sprachen beherrscht, kannst Du also direkt die
von Deiner freien Software generierten Postscript- oder PCL-Dateien
schicken. So ein Drucker ist dann vollkommen ohne Treiber von jedem
Computer aus nutzbar, der in der Lage ist, Dokumente in einer dieser
Seitenbeschreibungssprachen zu generieren.

Der einzige Grund, warum in vielen Druckern heutzutage kein
Postscript-Interpreter vorhanden ist, ist, daß für den Hersteller dabei
entweder Lizenzgebühren anfallen würden oder er selbst einen
Postscriptinterpreter schreiben müßte. Eine Sparmaßnahme also.

In derselben Preisklasse wie Dein Samsung-Drucker gibt es z.B. den
HP Laserjet 3015 AIO, der, soweit ich das gesehen habe, dem Samsung in
nichts nachsteht. Er ist sogar ein bißchen günstiger und kann mit
bessern technischen Daten aufwarten. Und er beherrscht PCL und bringt
eine Postscript-Emulation mit. Mit diesem Drucker kannst Du vollkommen
problemlos von jedem beliebigen Betriebssystem aus drucken, ohne
irgendwelche proprietären Treiber zu installieren, die oftmals kaputt
sind und einen Rattenschwanz an Problemen nach sich ziehen.

Augen auf beim Hardwarekauf! Und *vorher* informieren!

HTH,
Martin