5 Jahre aktuellste Software ?

Michael Höhne mih-hoehne at web.de
Di Jul 10 20:35:14 UTC 2012


Hallo Ralf,

ich klinke mich ein letztes Mal ein:

Die Diskussion begann mit dem Wunsch, auch bei einem LTS-System mit
aktueller/aktuellster Software versorgt zu werden.

Ich habe dir ja geschrieben, dass du diverse neuere Versionen durchaus
auf den betreffenden Projekt-Seiten besorgen kannst. Du hattest
geäußert, dass du damit schlechte Erfahrungen gemacht hättest, und
daher nur die Distri-Versionen verwenden möchtest.

Nun sind wir bei der Diskussion beim großen Konkurrenten angekommen,
der von dir ja den einen oder anderen Pluspunkt bekommen hat. Gerade
hier vergleichst du aber Äpfel mit Birnen:

Bei Windows bekommst du nur das Grundsystem mit minimalster
Software-Ausstattung! Ohne dir von diversen Fremdanbietern weitere
Software zu besorgen, kannst du mit dem System fast nichts anfangen!
Du bekommst von Microsoft auch keinerlei Software-Updates außer für
die dort gekaufte eigene Software (Word/Explorer/...) bzw. für das
Windows-System. Willst du neuer Versionen für deine übrige
Anwendungssoftware, dann musst du die selber bei den jeweiligen
Anbietern beschaffen.

Von deinem Linux-Distributor erwartest du jetzt aber, dass er nicht
nur dein Grundsystem mit Patches versorgt, sondern dir auch noch
regelmäßig Upgrades für Fremdsoftware einspielt. Selbst diejenige
Software, die du dir ohne große Probleme auch bei dem entsprechenden
Hersteller selber beschaffen könntest.

Ich verstehe, dass du unsicher bist, ob das immer die beste Methode
ist, aber das ist doch bei Windows nicht anders! Ich habe mehrfach ein
zerschossenes System gehabt, weil irgendeine Software mit dem
installierten Windows nicht mochte...

Gerade bei OpenOffive.org/Libreoffice ersetze ich die Distri-Version
seit der Version 1.1.3 durch die offizielle Version, weil die
Distri-Versionen meist verschlimmbessert waren. Ich habe nur ein
einziges mal etwas Probleme gehabt, die ich auch noch selber
verschuldet hatte.

Wir halten also fest: Wenn du mit Windows arbeitest, bekommst du ein
LTS-System, dass du selber mit Software versorgen musst. Du bekommst
von Hersteller keinerlei Unterstützung für Fremd-Software, sondern
darfst dich dort selber um eventuelle Upgrades kümmern. Für das Geld,
das du investiert hast, bekommst du nur das System und die
Sicherheitspatches. Weiteren Support bekommst du nur, indem du
löhnst. Eine Auswahl der Oberfläche (falls dir bestimmte Konzepte bei
einer Neuerung nicht gefallen, ich sage nur "Metro"...) gibt es
nicht.

Bei Debian/openSUSE/Ubuntu/... bekommst du für "Kostnix" nicht nur
das Grundsystem, sondern auch eine riesige Auswahl an Fremdsoftware,
die z.T. an das entsprechende System angepasst wurde. Für die
entsprechende "Laufzeit" deiner Version bekommst du nicht nur
Sicherheitspatches für das Grundsystem, sondern auch für die
entsprechende Fremdsoftware. Dabei kannst du dir sogar noch
aussuchen, ob du lieber XFCE/LXDE/Gnome/KDE/... als Desktop verwenden
möchtest.

Das einzige, was bisher nicht so schön war: Nach maximal 3 Jahren ist
eine neue Version fällig, was manchmal zu Problemen führen kann, wenn
beim Dist-Upgrade bestimmte Programme nicht mehr zur Verfügung stehen
o.ä.. Wobei du diese Problematik auch mit jeder neuen Windows-Version
bekommst.

Nun gibt es also auch eine Linux-LTS-Version, die es in der Laufzeit
mit Windows aufnehmen kann. Also? Wo ist das Problem??

Gruß,
Michael

  
p.s.: Das Microsoft seinen Marktanteil damit erworben hat, dass es
bei der Weiterentwicklung auf die Wünsche der Benutzer gehört hätte,
halte ich für ein unbelegtes Gerücht....

Das so viele (immer noch) Windows verwenden, liegt schlicht daran,
dass kaum jemand weiß, was ein Betriebssystem ist, oder wozu es da
ist.



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