5 Jahre aktuellste Software ?
Ralf Lehmeier
r.lehmeier at freenet.de
Di Jul 10 22:38:40 UTC 2012
Michael Höhne schrieb:
...
> Ich habe dir ja geschrieben, dass du diverse neuere Versionen durchaus
> auf den betreffenden Projekt-Seiten besorgen kannst. Du hattest
> geäußert, dass du damit schlechte Erfahrungen gemacht hättest, und
> daher nur die Distri-Versionen verwenden möchtest.
So würde ich es vorziehen.
>
> Nun sind wir bei der Diskussion beim großen Konkurrenten angekommen,
> der von dir ja den einen oder anderen Pluspunkt bekommen hat.
Keinen Pluspunkt nur Richtigstellungen und Bemerkungene wie M$ arbeitet
ob dies gut oder schlecht isthabe ich nicht bewertet.
Gerade
> hier vergleichst du aber Äpfel mit Birnen:
>
> Bei Windows bekommst du nur das Grundsystem mit minimalster
> Software-Ausstattung! Ohne dir von diversen Fremdanbietern weitere
> Software zu besorgen, kannst du mit dem System fast nichts anfangen!
Das ist richtig.
> Du bekommst von Microsoft auch keinerlei Software-Updates außer für
> die dort gekaufte eigene Software (Word/Explorer/...) bzw. für das
> Windows-System. Willst du neuer Versionen für deine übrige
> Anwendungssoftware, dann musst du die selber bei den jeweiligen
> Anbietern beschaffen.
Solange es M$ Produkte sind bekomme ich dafür auch Patches angeboten -
auf dem normalen Wege.
>
> Von deinem Linux-Distributor erwartest du jetzt aber, dass er nicht
> nur dein Grundsystem mit Patches versorgt, sondern dir auch noch
> regelmäßig Upgrades für Fremdsoftware einspielt. Selbst diejenige
> Software, die du dir ohne große Probleme auch bei dem entsprechenden
> Hersteller selber beschaffen könntest.
Wenn ich ein Programm ( z.B. Libreoffice ) für Windows runterziehe,
starte und installiere dann funktioniert es , wenn ich ein Libreoffice
für Linux ziehe funktioniert es noch lange nicht, weil jede Distri ihre
Besonderheiten hat die zu berücksichtigen sind, was mich als Anwender
aber überfordert. Schickt mir der Distributor eine Version weiß ich das
sie funktioniert.
Ob er das Paket für Libreoffice ( oder ein anders Programm ) selber
erstellt oder Libreoffice das Paket anpasst und auf einen vom
Distributon vorgesehenen Platz legt ist mir ja egal, Hauptsache es kommt
fuktionsfähig bei mir an.
>
> Ich verstehe, dass du unsicher bist, ob das immer die beste Methode
> ist, aber das ist doch bei Windows nicht anders! Ich habe mehrfach ein
> zerschossenes System gehabt, weil irgendeine Software mit dem
> installierten Windows nicht mochte...
Da shabe ich schon länger nicht mehr gehabt, bei Linux hatte ich damit
mehr Probleme. Z.b. hatte ich ein Upgrade von Ubuntu was mir meinen
Rechner so sauber zerschoßen hatdas ich ihn komplett neu aufsezten
mußte, inklusive Windows das auf einer anderen Partition lag. Zum Glück
konnte ich wenigstens meine wichtigsten Daten noch retten - mit Testdisk.
> Gerade bei OpenOffive.org/Libreoffice ersetze ich die Distri-Version
> seit der Version 1.1.3 durch die offizielle Version, weil die
> Distri-Versionen meist verschlimmbessert waren. Ich habe nur ein
> einziges mal etwas Probleme gehabt, die ich auch noch selber
> verschuldet hatte.
Das tut mir leid aber für mich ist die offizielle Version immer die
angepasste gewesen. Mag sein das Sie Fehler hatte aber dieses Thema
wurde hier schon zu Tode diskutiert und zeigt einmal mehr die
Wichtigkeit von Fehlerbereinigungen und die Notwendigkeit von
vereinheitlichten Prozeduren - was aber zuweit gehen würde, hier in der
Diskussion wie in der Umsetzung.
>
> Wir halten also fest: Wenn du mit Windows arbeitest, bekommst du ein
> LTS-System, dass du selber mit Software versorgen musst. Du bekommst
> von Hersteller keinerlei Unterstützung für Fremd-Software, sondern
> darfst dich dort selber um eventuelle Upgrades kümmern.
Muß ich bei Ubuntu und Co auch. Was ich erwarte ist das die
Mitgelieferte Software aktualisiert wird. Ob der Distributor dies selber
macht, machen läßt oder eine Übereinkunft mit dem Hersteller der
Software trifft ist nicht mein Problem.
Für das Geld,
> das du investiert hast, bekommst du nur das System und die
> Sicherheitspatches.
Ich habe nur mal ca. 20 € ausgegeben um ein Win XP zu erweben ( wegen
der Lizenz ), ansonsten war es immer beim Rechner dabei ( Ok, das war
dannmit eingepreist ), was auch keinen großen Unterschied machte.
Weiteren Support bekommst du nur, indem du
> löhnst. Eine Auswahl der Oberfläche (falls dir bestimmte Konzepte bei
> einer Neuerung nicht gefallen, ich sage nur "Metro"...) gibt es
> nicht.
Wie ich schon an anderer Stelle schrieb war dies wahrscheinlich mein
letztes Windows. Und was Oberflächen unter Windows angeht so gibt es
keine nennenswerte Alternative.
>
> Bei Debian/openSUSE/Ubuntu/... bekommst du für "Kostnix" nicht nur
> das Grundsystem, sondern auch eine riesige Auswahl an Fremdsoftware,
> die z.T. an das entsprechende System angepasst wurde.Für die
> entsprechende "Laufzeit" deiner Version bekommst du nicht nur
> Sicherheitspatches für das Grundsystem, sondern auch für die
> entsprechende Fremdsoftware. Dabei kannst du dir sogar noch
> aussuchen, ob du lieber XFCE/LXDE/Gnome/KDE/... als Desktop verwenden
> möchtest.
Richtig, aber die größte Gratissoftwaresammlung ist wertlos wenn Bugs
für eine eingeschränkte oder gar unbrauchbare Nutzung sorgen. Was nützt
es mir wenn ich eine Software habe die die Funktionen X, Y und Z haben
soll diese Funktionen aber wegen Bugs nicht zu nutzen sind. Solche
Programme sind wertlos. Fehler können vorkommen müßen dann aber auch
gefixt werden damit sie so zu gebrauchen sind wie es vom Nutzer erwartet
werden kann.
>
> Das einzige, was bisher nicht so schön war: Nach maximal 3 Jahren ist
> eine neue Version fällig, was manchmal zu Problemen führen kann, wenn
> beim Dist-Upgrade bestimmte Programme nicht mehr zur Verfügung stehen
> o.ä.. Wobei du diese Problematik auch mit jeder neuen Windows-Version
> bekommst.
Was die Distupgrades angeht so habe ich bei Debian 4 => 5=> 6
erstaunlich wenig Probleme gehabt. Sie liefen sauber durch. Respekt für
diese Arbeit. Das würde ich bei Windows nie riskieren.
Anders Ubuntu, dort habe ich teilweise massive Probleme bekommen so das
ich um ein neues aufsetzen nicht herum kam. Nach dem 2 x habe ich nur
noch neu aufgespielt, was auch nicht im Sinne des Erfinders sein kann.
> Nun gibt es also auch eine Linux-LTS-Version, die es in der Laufzeit
> mit Windows aufnehmen kann. Also? Wo ist das Problem??
Mein Problem war nie die Laufzeit ( 10 Jahre wäre sogar besser) sondern
das die mitgelieferte Software ( Anwendersoftware, nicht das OS )nicht
aktualisiert wird.
Ich arbeite lieber mit aktuellen Versionen, schon wegen der Bugfixes,
Stabilität und neuer Features. Im Laufe der Zeit gibt es halt
Verbesserungen die ich gern nutzen möchte. Ob diese Zeitnah mit der
Veröffentlichung ( bei Libreoffice ca. alle 6 Wochen ) oder in Blöcken
geschieht ( vielleicht alle 3 - 6 Monate ) ist eine andere Geschichte.
>
> p.s.: Das Microsoft seinen Marktanteil damit erworben hat, dass es
> bei der Weiterentwicklung auf die Wünsche der Benutzer gehört hätte,
> halte ich für ein unbelegtes Gerücht....
Ich habe nicht gesagt das Microsoft die Nummer 1 geworden ist weil sie
auf den Anwender gehört haben sondern das Sie ihre Zeit genutzt haben um
ihre Position zu stärken. sie haben Versionen angekündigt um ihre Kunden
abzuhalten was anderes zu kaufen, waren Agressiv genug um bei Fehlern (
Im Internet ist nicht für uns zu verdienen ) schnell genug ihr eigenes
Produkt ( Internet Explorer )in den Markt zu drücken etc.
Microsoft ist durch erstklassiges Marketing soweit gekommen nicht durch
erstklassige Programmierkunst.
Wer Microsoft Kunden abnehmen will muß nicht nur wesentlich besser sein
sondern auch den Kunden wesentlich stärker im Auge haben - egal ob er
ein kommerzielles Produkt hat oder nicht und das ist meine Aussage
gewesen. Linux wird solange ein Nischenprodukt bleiben wie es den
Verantwortlichen nicht gelingt für den Kunden zu arbeiten und nicht nur
sein eigenes Ding durchzuziehen ( Friss Vogel oder stirb Philosophie ).
> Das so viele (immer noch) Windows verwenden, liegt schlicht daran,
> dass kaum jemand weiß, was ein Betriebssystem ist, oder wozu es da
> ist.
Falsch - das so viele Windows verwenden liegt schlicht daran das es den
Leuten egal ist wofür der Programmierer es gedacht hat, Hauptsache das
sich das damit machen läßt was der Anwender will - sonst nichst.
Läßt sich etwas mit Windows nicht so machen wie es der Anwender wünscht
kauft er etwas anderes, z.B. einen Mac und sollte der Kunde damit
zufrieden sein ist sein nächster Rechner wieder ein Mac.
Nichts ist schwieriger als eine verlorenen zufriedenen Kunden
zurückzugewinnen - das wird dir jeder Selbstständige sagen können. Linux
hat schon so viele Privatanwender verloren das eine Qualitätsoffensive
in Sachen Anwenderzufriedenheit dringend nötig ist.
Macht mal ein paar Umfragen auf der Strasse. Z.B. was ist ihnen bei
einem Rechner wichtig ( nicht Betriebssystem, denn das ist für viele
nur ein Bestandteil des Rechners wie der Motor ein Bestandteil des Autos
ist. ) und hört genau hin dann könnt ihr eine goldene Zukunft haben -
denn das bessere Potenzial habt ihr schon.
Ansonsten werdet ihr immer weiter aus einem Kellerloch den Himmel
bewundern und euch fragen : Warum bin ich nicht dort oben?
Es wäre schön wenn diese Diskussion jemanden dazu gebracht hätte mal
richtig über die Wichtigkeit des Anwenders bei der Entwicklung von
Software nachzudenken und das Ergebnis dann umzusetzen.
MfG R.Lehmeier
Mehr Informationen über die Mailingliste ubuntu-de